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Lektion 5:
Vergrößern Sie Ihren Wortschatz

Je größer Ihr Wortschatz, desto größer Ihr Erfolg. Das ist statistisch belegt. Nein, Sie brauchen keine Fremdwörter pauken. Es ist niemandem gedient, wenn Sie sich unverständlich ausdrücken. Es geht lediglich darum, dass Sie mehr bereits bekannte Worte aktiv nutzen.

Wussten Sie schon, dass Sie etwa 30 bis 50.000 Wörter kennen, aber nur – sofern Sie im Durchschnitt liegen – 3.000 bis 5.000 Wörter sprechen?

Beispiele gefällig? Wie verhält es sich mit den Worten: versiegen, zubilligen, folgewidrig, affektiert, kniefällig, gutwillig, bezichtigen, behelligen, galant, grazil? Sicherlich verstehen Sie diese Worte, wenn Sie sie im Kontext lesen oder hören. Aber fallen Ihnen diese Worte intuitiv zu? So, dass Sie sie an treffender Stelle verwenden? Einige vielleicht, aber alle? Unwahrscheinlich. Wenn es Ihnen wie den meisten geht, gibt es zehntausende Worte, die Sie zwar kennen und verstehen, selbst aber (noch) nicht einsetzen.




Ein lohnendes Ziel wäre es, Ihren aktiven Wortschatz schrittweise Ihrem passiven Wortschatz anzunähern. Dafür gibt es 4 gute Gründe:

1. Sie steigern Ihr Ansehen

Menschen beurteilen Sie unwillkürlich aufgrund der Wörter, die Sie verwenden. Wir alle nehmen unbewusst wahr, sobald jemand Worte verwendet, die den gewöhnlich-alltäglichen Sprachgebrauch übersteigen. Allein durch die Wortwahl ordnen wir andere Menschen automatisch bestimmten Kategorien zu, die von „gewöhnlich-normal“ über „eloquent-gebildet“ bis „kreativ-hochintelligent“ reichen. Diese Einschätzung anderer Menschen beeinflusst das, was Ihnen zugetraut wird, ob man Ihnen Glauben schenkt, ob man Ihnen folgt, ob Sie eingestellt oder befördert werden, ob man von Ihnen kauft, ja sogar, ob Sie als potentieller Liebespartner in Betracht kommen oder nicht.

2. Sie reden und schreiben besser

Je mehr Worte Ihrem aktiven Vokabular angehören, desto treffender können Sie Ihre Gedanken ausdrücken.

Aber Achtung: Es geht nicht darum, möglichst viele seltene Worte zu verwenden und schon gar nicht im Fachjargon zu reden. Das verbessert Ihre Sprache nicht, sondern erschwert das Verstehen und raubt einem die Lust, überhaupt zuzuhören. Es geht vielmehr um das treffende Wort zur rechten Zeit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

3. Sie erhöhen Ihre Denkkraft und Ihren IQ

20 bis 30% eines IQ-Tests bestehen aus der Messung der verbalen Intelligenz. Diese wiederum wird fast ausschließlich am Umgang mit Worten, also an der Höhe des aktiven Wortschatzes festgemacht.Wenn Sie Ihren aktiven Wortschatz verdoppeln, hat das einen erheblichen Einfluss auf das Testergebnis.

Ist das gerechtfertigt? Ergibt es Sinn, dass Ihr gemessener IQ steigt, wenn Sie Ihr Aktiv-Vokabular erhöhen? Werden Sie durch einen größeren Wortschatz tatsächlich intelligenter?

Die Antwort lautet: ja. Denken und Sprache sind eng miteinander verknüpft. Zwar können wir auch in Bildern denken. Fein abgestimmtes Denken wird jedoch erst möglich, wenn wir zusätzlich auf sprachliche Begriffe zugreifen. Einen Baum können Sie sich auch vorstellen, wenn Sie das Wort „Baum“ nicht kennen. Wenn Sie allerdings das Wort „Selbstkritik“ nicht kennen, dann können Sie sich auch keine Vorstellung von der Selbstkritik machen – Ihr Denken ist entsprechend eingeschränkt.

Jedes Wort steht für eine gedankliche Vorstellung. Deshalb gilt: Über umso mehr Worte Sie aktiv verfügen können, umso größer sind auch Ihre gedanklichen Spielräume. Je mehr verbale Feinabstimmungen Sie kennen, umso nuancenreicher und differenzierter denken Sie.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Größe Ihres aktiven Wortschatzes bestimmt, wie gut Sie

  • denken und verstehen
  • wahrnehmen und beschreiben
  • sich ausdrücken und mitteilen
  • sich etwas vorstellen
  • sich an etwas erinnern

4. Sie lesen schneller

Es ist liegt auf der Hand: Je vertrauter und geläufiger Ihnen die gelesenen Worte sind, desto schneller kann Ihr Gehirn die Worte auch wahrnehmen und verarbeiten. Sie lesen unwillkürlich schneller.

Wandeln Sie passiven in aktiven Wortschatz um

Wie? Einmal dürfen Sie raten: Lesen Sie! „Aber Lesen ist doch auch passiv“ wird manch einer einwenden wollen. Ja, und trotzdem genügt es bereits, wenn Sie viel und häufig lesen. Der Grund ist einfach: Je öfter Sie ein Wort im Kontext angewandt hören oder sehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es selbst benutzen. Hören oder lesen Sie ein Wort oft genug, geht es in Ihren aktiven Wortschatz über.

Wenn Sie lesen, verarbeiten Sie pro Stunde rund 10.000 Wörter. 10.000 Wörter, die bewusst und konzentriert von Ihnen absorbiert werden, eingebettet in sinnvolle grammatische Strukturen. Bei 60 Minuten täglichem Lesen verarbeiten Sie auf diese Weise in 36 Monaten rund 10 Millionen Wörter. Als Schnell-Leser verarbeiten Sie in der gleichen Zeit sogar über 20 Millionen Wörter. Die positive Wirkung, die Ihre Sprache dadurch erfährt, ist beträchtlich. Bleibt nur noch zu beachten, dass der sprachliche Anspruch Ihrer Literatur graduell zunimmt.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und Erfolg beim Lesen und Erweitern Ihres aktiven Wortschatzes.


Jonas Ritter
& das ritter speed reading Team



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Mark Twain: Große Macht übt das richtige Wort aus. Immer, wenn wir auf eines dieser eindringlichen, treffenden Worte stoßen, ist die Wirkung physisch und geistig - und blitzartig spontan.

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