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Lektion 6:
Wie das Schnell-Lesen Ihre Konzentration und Merkfähigkeit steigert
Für viele klingt es zunächst paradox, dass Schnell-Lesen die Erinnerungsfähigkeit, das Textverständnis und die Konzentration steigern kann. Hat man uns in der Schule nicht beigebracht, wir sollen langsamer lesen, wenn wir etwas nicht richtig verstanden haben? Und überhaupt, wenn das Schnell-Lesen das Gedächtnis verbessert, weshalb haben wir es dann nicht längst in der Schule gelernt? Die Antwort ist einfach: Weil unser Schulsystem auf altehrwürdigen Vorstellungen über das Lernen beruht, nicht aber auf den tatsächlichen Erkenntnissen der Hirn- und Lernforschung. Zumindest noch nicht. Es ändert sich ja bereits...langsam, sehr langsam.
Wir wollen uns nun anschauen, was die Forschung über das betitelte Thema zu sagen hat. Falls Sie sich normalerweise nicht für Hirnforschung interessieren, hoffen wir, Sie diesmal zu einer Ausnahme motivieren zu können. Denn wie Sie sehen werden, ist das folgende Wissen nicht nur hochinteressant, sondern auch äußerst wertvoll und nutzbringend für Sie.
Warum also steigen Ihre Erinnerungskraft und Ihre Konzentration, wenn Sie schneller lesen? Weil das Schnell-Lese-Training Ihre Neuronen (Gehirnzellen) beschleunigt. Um zu verstehen, inwiefern das einen beträchtlichen Vorteil mit sich bringt, gibt es noch ein paar Kleinigkeiten über unsere Neuronen zu wissen.
Zunächst gilt es sich darüber klar zu werden, dass die Verarbeitung von Informationen, also auch das Lesen, auf nichts anderem als der Kommunikation zwischen unseren Neuronen beruht. Auf der elementarsten Ebene bedeutet dies, dass ein Neuron, also eine Gehirnzelle, elektrochemische Signale an andere Neuronen weiterleitet. Weil das so schnell geht, sprechen Neurowissenschaftler manchmal auch davon, dass ein Signal von einem Neuron zum anderen "gefeuert" wird.
Wie entsteht nun eine Erinnerung? Vereinfacht ausgedrückt, kann man sagen: Wenn ein Neuron anhaltend ein anderes Neuron befeuert, bildet sich dadurch eine festere synaptische Verbindung zwischen diesen Neuronen. Im Grunde ist diese Verbindung schon eine "Erinnerung". Denn durch die Verbindung kann das vorausgegangene "Feuern" zukünftig leichter wiederholt, also "erinnert" werden.
Natürlich beruht eine Erinnerung an eine bestimmte Information nicht nur auf der Verbindung von zwei einzelnen Neuronen, sondern auf einem komplexen Verbindungsmuster einer großen Anzahl von Neuronen.
Was hat all das mit dem Schnell-Lesen zu tun? In einer bekannten Studie, die in ähnlicher Form mehrfach wiederholt werden konnte, entdeckte der Neurowissenschaftler Michael Merzenich, dass Neuronen durch gezieltes Training beschleunigt werden können. Das heißt, wenn wir einen bestimmten Reiz immer schneller aufnehmen, dann feuern die zuständigen Neuronen ihre Signale allmählich auch immer schneller weiter. Und das wiederum hat, wie Merzenich zeigen konnte, fünf Effekte:
- Die Informationen können schneller verarbeitet werden (= schnelleres Lesen und Denken).
- Die Neuronen feuern „stärker“, was dazu führt, dass sich festere Verbindungen zwischen den Neuronen ergeben (= stärkere Erinnerungen, besseres Gedächtnis).
- Da die Neuronen stärker feuern, sind ihre Signale auch präziser. Somit ist die Verarbeitung insgesamt besser (= höheres Textverständnis).
- Das verstärkte Feuern der für die Informationsverarbeitung zuständigen Neurone führt zu einer erhöhten Konzentration. Ablenkende neuronale Impulse treten in den Hintergrund.
- Das starke und schnelle Feuern eines Neurons tendiert dazu, mehr der umgebenden Neurone zu erreichen. Somit wird eine größere Anzahl von Neuronen in den Verarbeitungsprozess mit einbezogen. Auch werden mehr synaptische Verbindungen gebildet. All das führt ebenfalls zu einer erhöhten Konzentration, einer besseren Erinnerung und einem besseren Verständnis.
Den lebenden Beleg im Alltag finden wir jedes Mal, wenn wir besonders intelligenten Menschen begegnen. Fast immer zeichnen sich diese sowohl durch eine schnelle Auffassungsgabe als auch durch eine gute Erinnerung aus. Schnelligkeit und Beständigkeit, Quantität und Qualität gehen im Gehirn Hand in Hand. Die gute Nachricht lautet: All dies lässt sich durch Training mess- und spürbar erhöhen.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen und Erfolg beim Lesen und Trainieren!
Jonas Ritter
& das ritter speed reading Team
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